archiv suchen
Pin-rot Dr. Wewetzer
Dr. Wewetzer

Dr. Wewetzer von A bis Z

Hier findet ihr alle bisherigen Fragen
und Antworten




A B C D E F G H I J K L M

N O P Q R S T U V W X Y Z

Warum können manche Bäume Tausende von Jahren alt werden?

Ein wichtiger Grund für die Langlebigkeit der Bäume ist, dass sie keine „Organe“ haben. Ein Baum hat kein Herz, das aufhören könnte zu schlagen. Wenn er ein paar Äste oder Wurzeln verliert, dann wachsen ihm neue. Ein großer Teil des Baums kann absterben wie die Blätter, die er im Herbst verliert. Auch der Stamm eines alten Baumes ist zum großen Teil tot, nur unter der Baumrinde findet sich lebendes Gewebe. Krankheitserreger und Wunden machen den Bäumen oft nichts aus, weil sie um das kranke Gewebe herum neues bilden und sich so schützen. Dr. Wewetzer leitet beim Tagesspiegel das Ressort Forschen und Wissen.

Warum ist die Bananenflanke krumm?

Wenn eine Bananenflanke vors Tor kommt, ist Alarmstufe Rot für die Verteidigung. Denn der Ball hat eine gekrümmte Flugbahn, so krumm wie eine Banane, und ist schwer abzuschätzen. Er schickt die Verteidiger in die Irre. Das liegt daran, dass der Flankengeber den Fußball so getreten hat, dass er sich um seine eigene Achse dreht. Durch diese Drehung entsteht ein Luftsog. Der Ball wird in Richtung seiner Eigendrehung gesaugt. Dreht er sich zum Beispiel im Uhrzeigersinn, so wird er auch bogenförmig in diese Richtung bewegt.

Was ist das älteste Buch?

Das älteste Buch ist 2500 Jahre alt und hat nur zwölf Seiten. Es besitzt einen prächtigen Einband aus Gold, auf dem eine Meerjungfrau, eine Harfe und Soldaten abgebildet sind. Geschrieben ist es auf Etruskisch. Die Etrusker lebten in Italien, bis das Land vor 2400 Jahren von den Römern erobert wurde und ihre Kultur unterging. Ihre Schrift versteht heute keiner mehr. Das Buch ist in einem Museum in Bulgarien ausgestellt. Noch viel älter sind die Schriftrollen der Ägypter.

Warum haben Männer Brustwarzen?

Wenn man sich anschaut, wie sich der Mensch im Mutterleib entwickelt, dann stellt man fest, dass ganz am Anfang Mann und Frau noch gleich aussehen. Bei beiden wachsen früh im Leben Brustwarzen. Erst später entwickeln sich die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Dann stellt sich heraus, dass die Brustwarzen der Mutter lebenswichtig für das Baby sind, denn durch diese saugt es seine Muttermilch. Männer haben also Brustwarzen, weil sie bei Frauen so wichtig sind. Bei Männern sind sie dagegen fast ohne Bedeutung.

Wie macht man Buntstifte?

Früher dachte ich, man bohrt dazu ein Loch in einen Holzstift und füllt dann die Farbe ein. Aber das stimmt gar nicht. In der Fabrik werden zunächst in ein Brett nebeneinander lange Rillen gesägt. In diese Vertiefungen wird dann die Farbe hineingefüllt. Danach wird ein zweites Breit auf das erste geleimt und die Stifte werden einer nach dem anderen vom Brett abgeschnitten. Ein Buntstift besteht also nicht aus einem Stück Holz, sondern aus zweien, die man zusammengeklebt hat.

WIE KANN MAN SICH VOR BLITZSCHLAG SCHÜTZEN?

Unterwegs ist man im Auto gut aufgehoben. Der Metallrahmen leitet den Blitz ab, im Inneren ist man geschützt. Auf keinen Fall sollte man unter Bäumen Schutz suchen, denn sie ziehen den Blitz an. Wenn er in den Baum einschlägt, kann er auf jemanden überspringen, der darunter steht. Auf keinen Fall sollte man sich außerdem hinlegen. Um seinen Körper im Freien zu schützen, sollte man in die Hocke gehen, die Füße so eng wie möglich zusammendrücken und den Kopf nach unten beugen. So hat man nur wenig Kontakt zum Boden und verringert die Gefahr, dass der Blitz durch den Körper fährt.

Welches Tier kann am kräftigsten zubeißen?

Krokodile sind die stärksten Beißer im Tierreich. Je größer sie sind, umso fester ist ihr Biss. Den Rekord hält ein Salzwasserkrokodil. Es beißt mit einer Kraft von 1,7 Tonnen zu, das entspricht dem Gewicht einer schweren viertürigen Autolimousine. Zusätzlich zu ihrer gewaltigen Kraft besitzen Krokodile natürlich auch noch scharfe Zähne. Krokodile gibt es seit 85 Millionen Jahren, und manche ausgestorbene Krokodilarten waren noch viel größer und stärker als die heutigen Tiere. Die mächtigsten konnten mit einer Kraft von mehr als zehn Tonnen zubeißen – doppelt so viel wie der gefürchtete Tyrannosaurus Rex!

Warum sind Bonsaibäume so winzig?

Bonsaibäume sind Zwergformen von ganz normalen Bäumen. Die Kunst besteht darin, die Äste und Wurzeln der jungen Bäume so geschickt zu beschneiden und zu kürzen, dass sie auch in einer kleinen Schale mit wenig Boden gedeihen. Damit die Äste in die gewünschte Richtung wachsen, kann man sie auch mit Draht umwickeln und so in die richtige Form bringen. Das richtige Beschneiden der kleinen Bäume erfordert Geduld und Erfahrung. Es dauert viele Jahre, bis ein Miniaturbaum sein perfektes Aussehen erreicht hat. Bonsaizüchter betrachten ihre Bäume deshalb oft als Kunstwerke.

Warum regnen Wolken an Bergen ab?

Wolken entstehen, wenn warme Luft vom Boden aufsteigt. Je höher die Luft steigt, umso mehr kühlt sie ab. Kalte Luft kann Wasser weniger gut festhalten als warme. Deshalb perlt das Wasser, das in der Luft enthalten ist, in der Höhe in winzigen Tröpfchen aus. Aus diesen Tröpfchen bestehen die Wolken. Hohe Berge aber sind für sie ein unüberwindliches Hindernis. Die Wolken können nicht ausweichen und werden so hoch gedrückt, dass die Luft kälter und kälter und die Tropfen größer und größer werden – bis sie schließlich als Regen zur Erde zurückkehren.

Warum bebt die Erde?

Das Gestein, das die Erdoberfläche bedeckt, bildet keine geschlossene Decke. Schaut man genauer hin, dann stellt man fest, dass die Erdkruste aus verschiedenen Platten besteht. Diese Platten reiben gegeneinander. Mal schieben sie sich von oben nach unten, mal seitlich aneinander vorbei. Oft verhaken sich die Platten. Dann baut sich eine ungeheure Spannung auf, bis das Gestein schließlich bricht. Die aufgestaute Energie entlädt sich auf einen Schlag und lässt den Boden erzittern. Unter Haiti, wo es vor kurzem ein schweres Beben gab, stoßen zwei solcher Platten zusammen, deshalb bebt die Erde dort oft.
Frage von: Kinderredaktion

Warum dampft Badewasser?

„Echter“ Wasserdampf ist unsichtbar. Er befindet sich ganz nah über dem Badewasser. Je heißer das Badewasser, umso mehr davon verdunstet und verwandelt sich in unsichtbaren Dampf.
Nun folgt der zweite Schritt. Der Wasserdampf steigt auf und begegnet kühler Luft. Dadurch kühlt er sich ab, und es bilden sich winzige Wassertröpfchen. Aus diesen Tröpfchen besteht der sichtbare Dampf über dem Badewasser. Die richtige Bezeichnung für eine solche Ansammlung von kleinen Tröpfchen, die in der Luft schweben, ist eigentlich Nebel. Aber „Wassernebel“ – das sagt niemand.
Frage von: Kinderredaktion

Woher stammt der Ausdruck „amüsiert wie Bolle“?

Diese Redensart stammt aus einem alten Berliner Volkslied. Dabei geht es um einen Berliner mit Namen Bolle, der mit der Kutsche einen Feiertagsausflug unternimmt. Dabei verliert Bolle seinen Sohn, bekommt nichts zu essen und zu trinken, prügelt sich und wird schließlich von seiner „Ollen“ selber verprügelt. Jede dieser Strophen des Liedes endet mit den Worten „Aber dennoch hat sich Bolle janz köstlich amüsiert“. Das soll heißen, dass ein richtiger Berliner immer seinen Spaß hat. Ganz egal, was ihm zustößt. Ihn bringt nichts aus der Ruhe. Mit der Supermarktkette Bolle hat das Lied übrigens nichts zu tun, es ist viel älter.
Frage von: Kinderredaktion

Warum wird Brot alt und trocken?

Brot besteht aus einem Netzwerk von Stärke mit Eiweiß. Das Eiweiß mit Namen Gluten klebt das Brot zusammen. Bald nach dem Backen beginnt das Brot langsam zu altern. Was geschieht dabei? Die Stärke zieht Wasser aus dem Eiweiß an sich. Man sagt auch: Die Stärke kristallisiert. Dadurch wird weiches Brot hart. Trockenes Brot enthält also nicht in erster Linie weniger Wasser, sondern das Wasser sitzt an der falschen Stelle – in der Stärke. Wenn man Brot toastet oder im Ofen aufwärmt, wird es wieder weich und knusprig. Umgekehrt altert Brot schneller, wenn es im Kühlschrank liegt.
Frage von: Kinderredaktion

Wer war der erste Bürgermeister von Berlin?

Der erste Bürgermeister, von dem wir wissen, hieß Marsilius. Sein Name steht auf einer Urkunde aus dem Jahr 1247. Also vor mehr als 750 Jahren! Damals hatte Berlin ein paar tausend Einwohner, und der Bürgermeister hieß "Stadtschulze". Der Stadtschulze Marsilius regierte die Stadt im Auftrag des Markgrafen von Brandenburg. Die Berliner besaßen zwar schon einige Rechte und Freiheiten, aber ihr Grund und Boden gehörte noch dem Markgrafen.
Frage von: Kinderredaktion

Im Winter haben die Bäume keine Blätter und können deshalb keinen Sauerstoff zum Atmen bilden. Warum ersticken wir trotzdem nicht?

Zum einen ist auf der Südhalbkugel Sommer, wenn bei uns Winter ist. Von dort kommt zu dieser Jahreszeit über den Luftkreislauf Sauerstoff zu uns in den Norden. Vor allem aber hat sich der Sauerstoff in der Luft über Hunderte von Millionen Jahren angereichert. Die Luft besteht zu 21 Prozent aus Sauerstoff. Deshalb verschwindet im Winter nur ein winziger Teil des Sauerstoffs. So wenig, dass man das kaum messen kann.