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Leckeres aus aller Welt

Laszlo, Sifannie und Luzi erzählen, wie man Weihnachtsgebäck aus Ungarn, Äthiopien und Spanien macht. Ocka Caremi hat´s für euch gebacken und aufgeschrieben, wie es geht.

Laszlos Mutter kommt aus Österreich, das Rezept für die ungarischen Scherbo-Schnitten hat aber seine Oma, die in Russland aufgewa chsen ist, mit in die Familie gebracht. Für Laszlo und seinen Vater gibt es kein Weihnachten ohne die Schnitten, sie essen sie tonnenweise.

 Scherbo-Schnitten
Zwei Päckche n Trockenhefe in 125 ml lauwarme Milch geben und umrühren, Klümpchen mit einem Löffel zerdrücken.

500 g Mehl mit 250 g weicher Butter locker vermengen (geht gut mit den Händen), dann zwei Eigelb, zwei Esslöffel Zucker und die Hefe-Milch-Mischung dazugeben und alles zu einem Teig verkneten.

Den Teig in drei gleiche Teile teilen und jedes Teil auf einem Stück Backpapier etwa auf die Größe des Backblechs ausrollen. Teigplatten an einem warmen Ort eine halbe Stunde lang gehen lassen.

150 g gemahlene Walnüsse mit 150 g Puderzucker vermischen, Klümpchen zerdrücken. Eine der Teigplatten mit dem Backpapier auf ein Blech ziehen, mit drei Esslöffeln Aprikosenmarmelade bestreichen und darauf die Hälfte der Nuss-Zuckermischung verteilen.

Jetzt eine zweite Teigplatte darauflegen und diese auch mit Marmelade und dem Rest der Nussmischung bedecken. Zum Schluss die dritte Teigplatte wie einen Deckel darauflegen und das ganze Schichtwerk für etwa 20 Minuten bei 170 °C in den vorgeheizten Ofen schieben.

Den Kuchen mit Schoko-Glasur bestreichen (Glasur in der Verpackung in warmes Wasser legen, dann schmilzt sie ganz schnell), dann in Würfel schneiden (Kantenlänge etwa 3,5 cm).

Die Schnitten wurden im Budapester Café Gerbeaud erfunden. Aus diesem französischen Namen wurde in Ungarn „Zserbó“ und in Laszlos Familie „Scherbo“.


Sifannies
Eltern kommen aus Äthiopien. Dort feiert man Weihnachten – am Ende der Fastenzeit und nach dem Besuch des Gottesdienstes in der Kirche – mit einem Festmahl mit Injera, Grünkohl und vielen verschiedenen Saucen. In Berlin kocht Sifannies Mutter an Heiligabend auch äthiopisch, aber Sifannie schmecken Plätzchen und Süßigkeiten ein klitzekleines bisschen besser.


Injera

Für etwa 8 gesäuerte Fladenbrote 350 ml lauwarmes Wasser in eine große Schüssel gießen, einen Würfel Hefe dort hinein bröseln und auflösen.

400 g Teff-Mehl (aus gemahlener Hirse, bekommt man in Bio-Läden oder Reformhäusern) dazu geben und zu einem glatten Teig vermischen. Den Teig an einem warmen Ort über Nacht gehen lassen.

Am nächsten Tag nach und nach Mineralwasser (mit Kohlensäure!) unter den Teig rühren. Der sollte so sein wie bei Eierkuchen: flüssig, aber nicht zu dünn.

Jetzt eine beschichtete Pfanne erhitzen, mit einer Kelle Teig hineingeben, bis der Pfannenboden bedeckt ist, mit einem Deckel zudecken und den Fladen nicht wenden. Der Fladen backt ohne Öl und ist fertig, sobald er viele kleine Blasen wirft und sich vom Rand der Pfanne löst.

In Äthiopien lässt man den Injera-Teig mehrere Tage gehen, dann schmecken die fertigen Fladen noch säuerlicher. Injera ersetzt dort bei fast jeder Mahlzeit Messer und Gabel: Man reißt sich ein Stück Fladen ab, gibt etwas „Wot“, dickflüssige Sauce, darauf und rollt sie ein. Du kannst zu den Injera zum Beispiel einen Eintopf mit Linsen und Kartoffeln machen.


Luzis
Opa ist Spanier, er kommt aus der Nähe von Sevilla – genau wie das Rezept für die Polvorones. Luzi war im Herbst mit ihrer Oma in Spanien und es hat ihr sehr gut gefallen. An Weihnachten mag sie´s aber auch gerne deutsch und isst mit ihrer Familie Kartoffelsalat und Würstchen.


Polvorones

Für etwa 30 Kekse 100 g gemahlene Mandeln und 300 g Mehl in einer großen Pfanne kurz anrösten. Sobald d as Mehl bräunlich wird: runter vom Herd!

Mandeln und Mehl abkühlen lassen, dann mit 200 g Zucker, 200 g weicher Butter (in Spanien verwendet man Schweineschmalz), ½ Teelöffel Zimt und der abgeriebenen Schale einer halben Bio-Zitrone (oder einem Päckchen Zitronenschalenaroma) in eine Schüssel geben und mit den Händen zu einem lockeren Teig verkneten.

Ein Blech mit Backpapier auslegen. Mit den Händen jeweils ein Stück Teig abzupfen, eine Kugel formen, die dann etwas platt drücken und das fertige Pl ätzchen direkt aufs Blech legen. Die Plätzchen sollten einen Durchmesser von vier bis fünf Zentimeter haben und ruhig 1,5 cm dick sein.

Im vorgeheizten Ofen bei 170 °C etwa 20 Minuten backen. Die noch warmen Polvorones mit Puderzucker bestäuben und dann gut auskühlen lassen.

„Polvo“ heißt übrigens Staub oder Pulver – den Namen versteht jeder, der in einen dieser Kekse reinbeißt! Gut verpackt in ein Stück weißes Seidenpapier zerbröseln die Polvorones nicht ganz so schnell.



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