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Pin- Wer bist du?

Luise, Königin von Preußen (1776–1810)


Was macht eine Königin denn so den ganzen Tag?
Ich habe mich viel mehr für Krieg und Politik interessiert als andere Königinnen. Ich wollte nicht immer zugucken, sondern auch was tun. Der König konnte sich oft nicht durchsetzen, weil er keine Diskussionen mochte. Dann bin ich eingesprungen, denn das Land brauchte ja eine Führung.

Dann kannten Sie alle wichtigen Leute?
Kaiser Napoleon haben wir ab und zu getroffen. Aber ich mochte ihn nicht, so ein eingebildeter Schnösel. Gemocht habe ich meinen russischen Cousin, Zar Alexander. Wir haben uns Briefe geschrieben und uns besucht.

Und wie hatten sie neben dem Regieren Zeit für ihre Kinder?
Es war damals üblich, dass ein Kindermädchen die Kinder von Adeligen erzog, und den ganzen Tag mit ihnen zusammen war. Ich wollte aber selbst für meine Kinder da sein. Also habe ich mir die Aufgaben mit dem Kindermädchen geteilt. Viele Mütter aus meinem Stand haben das dann auch so gemacht.

Hatten Sie eine glückliche Familie?

Ja. Mein Mann und ich haben uns sehr gut ergänzt. Ich war lebendig und offen, denn ich bin frei erzogen worden. Er war eher ruhig und bedacht, aber das mochte ich an ihm. Wir haben uns mit „du“ angeredet, nicht mit „Sie“, wie es üblich war. Für unsere Kinder haben wir beide gut gesorgt.

Man sagt, dass sie wunderschön waren.
Oh, das sagt man? Naja, ich war recht schlank, trug Größe 36 und war groß mit meinen 172 Zentimetern. Viele meinten, dass ich mit meinen blonden Locken und blauen Augen im weißen Kleid wie ein Engel aussah. Ich mochte meine Füße nicht. Schuhgröße 41 fand ich zu groß.

Sie sollen ein großer Modefan gewesen sein.
Das stimmt. Ich hatte viele Modezeitschriften abonniert und bin oft nach Paris gefahren. Ich hatte irgendwann so viele Kleider, dass ich sie mehrmals täglich wechselte, um alle mal anziehen zu können. Es waren dann doch zu viele, wie man gesehen hat.

Warum? Was ist passiert?
Ich habe die Staatskasse meines Landes ziemlich belastet, indem ich so viel Geld ausgegeben habe. Zum Glück kannte sich mein Mann mit Zahlen aus und hat mir geholfen.

Haben Sie auch mal etwas Verbotenes getan?
Ab und zu. Ich liebte das Walzertanzen, was nicht so gern gesehen war, weil die Tänzer sich dabei sehr nahe kommen. Aber das war mir egal, ich gab für mein Leben gern Feste und tanzte bis in die Nacht hinein.

Was haben Sie in ihrer Freizeit auf der Pfaueninsel gemacht?
Ich habe oft auf den Steinbänken gesessen und gelesen, denn ich wurde als Kind nicht so gut ausgebildet wie zum Beispiel mein Mann, der drei Sprachen konnte. Oder ich habe mit meinen Kindern gespielt. Manchmal gaben wir auch Teepartys in unserem exotischen ohaitischen Kabinett. So hieß früher Haiti.

— Die Fragen hat sich Caroline Stelzer ausgedacht.