Heiße Reise
Die Bahn hat ein SommerproblemSpötter sagen, die Deutsche Bahn habe vier Feinde: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Irgendwie gibt es zu jeder Jahreszeit Probleme mit den Zügen – zuletzt waren es die Klimaanlagen in einigen der schnellen ICEs. Sie sorgen dafür, dass es in den Waggons kühle, frische Luft gibt, genauso wie in vielen Autos.
Doch zuletzt sind diese Geräte ausgerechnet an den heißesten Tagen des Jahres ausgefallen, und niemand weiß so recht, warum. Am schlimmsten war es in einem Zug, mit dem Schüler von einer Klassenfahrt zurückkehren wollten: Neun von ihnen mussten ins Krankenhaus, nachdem sie ohnmächtig geworden waren. Die Temperaturen in den Waggons sollen so hoch gewesen sein wie in einer Sauna, die Fenster ließen sich nicht öffnen, und es gab zu wenig zu trinken.
Ist nun jede Fahrt mit der Eisenbahn im Sommer für die Gesundheit gefährlich? Wohl nicht. Denn Probleme mit den Klimaanlagen gibt es nur in einer bestimmten ICE-Baureihe – und auch dort nicht überall. Die roten Regionalbahnen, die weißen Intercity-Züge, die von Loks gezogen werden, und die neueren ICEs – sie sehen etwas schnittiger aus als die älteren – sind bisher nicht mit großen Schäden aufgefallen. Auch wird es wohl nicht den ganzen Sommer so heiß bleiben wie jetzt. Dann müssen die Klimaanlagen nicht ständig auf Hochtouren laufen und halten hoffentlich länger durch.
Doch im nächsten Sommer dürfte es wieder warm werden – schließlich wandelt sich das Klima mehr und mehr. Neue Anlagen, die nicht kaputtgehen, lassen sich aber nicht binnen kurzer Zeit in die ICEs einbauen. Denn sie müssen erst gebaut und genehmigt werden. Und ganz neue Züge mit neuer Technik will die Bahn zwar kaufen, sie werden aber wohl erst 2014 fahren können. Bis dahin muss man vermutlich damit rechnen, dass es in den Zügen heißer wird als gewohnt. Am besten, ihr nehmt für eine längere Bahnfahrt immer genug zu trinken mit.
Carsten Brönstrup
