Haiti in Not
Wer helfen will, muss wissen, was er tut.Ihr habt es sicher mitbekommen: Am 12. Januar gab es in dem karibischen Inselstaat Haiti ein heftiges Erdbeben. Das Elend der Menschen dort hat weltweit eine riesige Hilfsbereitschaft ausgelöst.
Nicht nur viele Staaten haben schnell viel Geld für die Nothilfe in dem ohnehin armen Land genehmigt. Auch ganz normale Leute sind großzügig und spenden viel Geld für die Haitihilfe. Schulklassen denken sich aus, wie sie Geld für die Menschen in Haiti sammeln können, Künstler treten kostenlos auf. Das ist eine tolle Sache, die zeigt, dass es den Menschen in aller Welt nicht egal ist, wenn andere in Not geraten.
Die vielen Spenden sind aber auch ein Risiko. Oft genug richten unerfahrene Hilfsorganisationen oder Privatpersonen, die selbst helfen wollen, am Ort mehr Schaden an, als sie Gutes tun. In Haiti ist schon nahezu jedes Rezept der Entwicklungshilfe ausprobiert worden. Geholfen hat es den Menschen kaum, die sind nur immer noch ärmer geworden.
Deshalb ist es wichtig, die gesammelten Spenden an Organisationen weiterzugeben, die viel Erfahrung mit der Nothilfe haben. Und auch mit der Wiederaufbauhilfe, die dann losgeht, wenn die meisten Menschen wenigstens wieder etwas zu essen, sauberes Wasser und eine provisorische Unterkunft haben.
Die meisten Spender wollen, dass ihr Geld wirklich in Haiti eingesetzt wird. Deshalb ist es wichtig, dass nicht nur an die Nothilfe gedacht wird. Es müssen Organisationen unterstützt werden, die einen längeren Atem haben und auch in Zukunft helfen wollen – und können.
Nach dem Tsunami in Sri Lanka vor fünf Jahren gab es so viele Spenden und so viele Hilfsorganisationen, die sich dort gegenseitig auf die Füße traten, dass sie gar nicht mehr so recht wussten, wie sie ihr Geld eigentlich ausgeben sollten. Diese Gefahr besteht in Haiti auch.
Dagmar Dehmer
