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Ganz weit fliegen

Warum haben Skispringer eigentlich keine Angst?

Traut ihr euch, von einer richtigen Skisprungschanze zu springen? Nein? Macht nichts. Die meisten Erwachsenen könnten das auch nicht. Wer von einer großen Schanze wie der beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen springt, kann bis zu 150 Meter weit durch die Luft fliegen. Dass das gefährlich ist, brauche ich wohl nicht extra zu sagen. Die Skispringer aber haben keine Angst. Denn sie haben das schon als Kinder gelernt.
Manche fangen schon mit sechs oder sieben Jahren mit dem Skispringen an. Das machen sie aber nicht auf den großen Schanzen, die jetzt bei der Vierschanzentournee benutzt werden. Sie lernen das auf kleineren Schanzen, auf denen man nur bis zu 20 Meter durch die Luft fliegen kann. Eigentlich hüpfen sie dann eher.
Solche kleinen Schanzen stehen natürlich nicht überall. Die meisten findet man in den Skisportgebieten von Sachsen, Thüringen, Bayern oder Baden-Württemberg. Aber auch in Berlin gab es mal zwei Schanzen, bei Onkel Toms Hütte und am Teufelsberg.
Natürlich müssen die Kinder Skifahren können, wenn sie das erste Mal über die Schanze fahren, sonst fallen sie beim Landen in den Schnee. Wer auf der kleinen Schanze gut springen kann, übt weiter auf einer 40-Meter-Schanze und später auf einer 60-Meter-Schanze. So steigern sich die Kinder und Jugendlichen, bis sie irgendwann über die größten Schanzen springen können.
Der Weltrekord liegt bei 239 Metern. Das heißt dann aber nicht mehr Skispringen, sondern Skifliegen. Auch Mädchen und Frauen können Skispringen, eine Österreicherin ist bereits 200 Meter weit durch die Luft geflogen. Im nächsten Skiurlaub könnt ihr ja beim örtlichen Skiverein fragen, ob sie eine kleine Schanze für euch haben!

Benedikt Voigt
Tagesspiegel Online