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Lieblingsbücher!

Elf Kinder der Berliner Leseratten haben die neueste Kinderliteratur studiert. Ihre Tipps für eure Wunschzettel!

Ein geheimnisvolles Kästchen. Darin sind lauter Streichholzschachteln und in jeder ganz verschiedene Dinge, die ihr Urgroßvater gesammelt hat. Das Mädchen und der Urgroßvater machen nacheinander die Schachteln auf und begeben sich auf eine Reise in die Vergangenheit: Ein Olivenkern erinnert an den Hunger in Italien, der Kronkorken an die Nächte in Neapel auf dem Fußboden der Station der Schifffahrtslinie, das Foto an den Vater des Urgroßvaters, der nach Amerika gegangen war, um Geld für seine Familie zu verdienen.
Mir hat das Buch sehr gefallen, weil man mit dem Aufmachen der Streichholzschachteln in die Vergangenheit des Urgroßvaters blickt. Ganz besonders mag ich die Zeichnungen von Bagram Ibatoulline, die wunderbar alt und echt sind. 
Eleni Hinas, 8 Jahre
Paul Fleischman, Das Streichholzschachteltagebuch. Jacoby & Stuart, 14,95 €. Ab 8


Das verkaufte Glück“ ist die Geschichte der beschwerlichen Reisen sehr armer Schweizer und Tiroler Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren, die sich aufmachen, in der Hoffnung, Arbeit auf einem Bauernhof zu finden. Unter ihnen sind der dreizehnjährige Jakob und sein jüngerer Bruder. Es ist eine fünftägige Reise, während der sich die Kinder ihr Essen und eine Übernachtungsmöglichkeit erbetteln müssen. Im Schwabenland führt der Weg direkt zum Markt. Dort werden alle Kinder an Bauern verkauft, um auf den Höfen zu arbeiten.
Das Buch hat mich sehr beeindruckt, weil ich vorher noch nichts über die Schwabenkinder und ihre Geschichte wusste. Als ich anfing zu lesen, war ich sofort Feuer und Flamme. Das Leben dieser Kinder war so hart und anders als unsere Zeit heute. Es ist für Jungen und Mädchen zu empfehlen, die besonders an Geschichte interessiert sind, die aber nicht langweilig vermittelt wird. 
Gustav Wallgren, 12 Jahre
Manfred Mai, Das verkaufte Glück. Ravensburger, 14,99 €. Ab 10


Cornelius Delano Tu-ckermann ist auf einem sicheren Weg zur Berühmtheit, denn er ist Erfinder und Seifenkistenbauer. Wenn er nicht gerade seine Schwester vor Hunden rettet oder mit seiner Großtante Poker spielt, schützt er seine Seifenkiste vor nächtlichen Angriffen seines Erzfeindes Dexter, der ihn jedes Jahr beim Seifenkistenrennen seiner Schule schlägt. Aber dieses Jahr soll es anders werden. Vielleicht hilft die grüne Salbe der mysteriösen Elenor Grubower?
Die Abenteuer des Delano Tuckerman beginnen schon im Titel und so geht es auch weiter. Die vielen Cartoons machen Spaß und erzählen ihre eigene Geschichte. Zum Selberlesen, aber auch schön, wenn man es vorgelesen bekommt.
Caroline Obermeier, 12 Jahre
Frank M. Reifenberg, Die absolut unglaublichen und zu 113% wahren Abenteuer des Cornelius Delano Tuckerman. Ueberreuter, 9,95 €. Ab 9

Seitdem sich ihre Eltern getrennt haben, sitzt die zehnjährige Paula häufig bei ihrem langweiligen Vater fest. Wirklich sehr ungerecht! Paulas Mutter fährt einfach ohne sie in den Urlaub, und ihr Vater ist so was von einfallslos. Als er sie dann auch noch zweimal vergisst, an der Schule abzuholen, obwohl er mit ihr ins Spaßbad gehen wollte, reicht es Paula! Sie haut ab. Zusammen mit ihrem Freund Tristan entdeckt sie eine Höhle in den Altpapierresten bei der Papierdruckerei.
Mir gefällt das Buch ausgesprochen gut. Es ist lustig, manchmal richtig spannend und alles klingt wie im wirklichen Leben. Außerdem finde ich es toll, dass man dabei lernt, wie Missgeschicke ausgehen können. Einige Situationen erscheinen durch die tollen Illustrationen von Kristina Knöchel richtig echt.
Fanny Kempter, 10 Jahre
Thomas Heinemann, Paula und die Nacht im Papiergebirge. Jacoby & Stuart, 12,95 €. Ab 9

Eines Tages fährt ein kleiner, dicker Mann mit seinem roten LKW auf einer langen Wüstenstraße zu einer großen Schlucht und öffnet die Türen seines Autos. Ein großer Schwarm bunter Vögel fliegt heraus. Im Laderaum sieht der Mann zwei Augen, die ihn wachsam anfunkeln. „Flieg raus, flieg raus!“, ruft er, doch der Vogel starrt ihn nur an. Der Mann versucht ihm zu zeigen, wie man fliegt, doch vergebens. Wie zum Schluss nicht nur der Vogel doch noch in die Luft kommt, müsst ihr selbst entdecken. Ein wortloses Bilderbuch voller Wunder. Es hat mir sehr gefallen, nur über die schönen, in kräftigen Farben gemalten Bilder eine Geschichte erzählt zu bekommen. Ich konnte mir meinen eigenen Text im Kopf dazu ausdenken. Das war toll!
Katharina Wahlig, 7 Jahre
Germano Zullo, Illustration Albertine Aladin, Wie die Vögel. Aladin Verlag

Als ich dieses Buch gesehen habe, dachte ich, es sei langweilig. Als ich dann aber doch meine Nase tief in das Buch hineinsteckte, war ich überrascht! Jede Geschichte hat ihren eigenen Hintergrund, manche konnte man leicht erkennen, andere musste ich mehrmals lesen. Am besten fand ich „Der goldene Schlüssel“ von den Brüdern Grimm. Darin steigert sich die Neugier bis zur letzten Zeile. Besonders hat mir die Gestaltung des Buches gefallen. Einige Kapitel sind in Schreibschrift verfasst worden, manche Wörter sind auf dunklem Hintergrund gedruckt. Um sie zu entziffern, braucht man Adleraugen. Es ist ein Buch für literaturbegeisterte Kinder, Jugendliche und Erwachsene oder die es vielleicht werden wollen. Mir hat es großen Spaß gemacht.
Nikolai Lassok, 12 Jahre
Regina Kehn, Das literarische Kaleidoskop. Fischer KJB, 16,99 €. Ab 10


Was tun, wenn die ganze Stadt von aggressiven Geistern befallen ist? Man holt die Kinder und Jugendlichen, denn nur sie können die Erscheinungen sehen. Drei von ihnen sind Lockwood, Lucy und George, die Agenten der Agentur Lockwood & Co. Sie sollen eine Austreibung an einem der verrufensten Herrenhäuser Englands vornehmen. Doch bisher haben alle Agenten, die das probiert haben, mit dem Leben dafür bezahlt. Jonathan Stroud erzählt so unglaublich mitreißend und real, dass man Angst kriegt, ein Geist schaue einem beim Lesen über die Schulter. Ein Muss für alle Lesefans!
Annika Gebhardt, 13 Jahre
Jonathan Stroud, Lockwood & Co – Die Seufzende Wendeltreppe. cbj, 18,99 €. Ab 12


Penny ist ein absoluter Magnet für Unglücke und Katastrophen aller Art. Es ist auch nie ihre Schuld. Natürlich nicht! Pennys bester Freund heißt Cosmo, ihre nervige Schwester Daisy. Sie nennt Penny gemeinerweise immer „Vollpfosten“. Zu ihrer Familie gehören noch eine Oma und ein Kater, der alles frisst außer Katzenfutter.
Meistens wenn Penny eine brillante Idee hat, geht am Ende alles total schief. So wie die, einen Haarsalon zu eröffnen, in dem Georgia May Martons sich versehentlich die Haare abrasiert.
Ein echt witziges Buch, das in einer besonders lustigen Sprache erzählt wird. Ich musste viel lachen und hatte großen Spaß. Am Ende sind ein paar sehr praktische Katastrophentipps. Vielleicht probiert ihr die mal aus? Besser nicht, sonst ergeht es euch so wie Penny! 
Cosima Schröder, 8 Jahre
Joanna Nadin, Penny – eine Katastrophe kommt selten allein. Knesebeck, 9,95 €. Ab 8


An Tristans Schule gibt es drei Banden: die Juppjupp-, die Patrick- und die Olivier-Bande. Tristan möchte unbedingt in einer davon Mitglied werden, aber die Chancen stehen schlecht. Vor der von Olivier hat er Angst, da der ziemlich gemein ist und ständig Mädchen und kleine Jungen schikaniert. Bei der Juppjupp-Bande soll Tristan drei kaum lösbare Mutproben bestehen. Er beschließt, seine eigene Bande zu gründen, eine ganz andere, mit neuen Zielen. Das Buch ist witzig und schnell zu lesen. Besonders toll ist die Stelle, wo Olivier und Tristan in einem Schulaufsatz etwas über Weihnachten schreiben. Oliviersschreibt: „Weihnachten ist nichts!“, Tristan dagegen: „Weihnachten ist wie ein großes Licht im dunklen Wald. Weihnachten ist wie ein Vogel, der nach dem Regen singt.Weihnachten ist wie all die Kriege, wenn sie aufhören ...“ 
Alan Asad, 9 Jahre
Marie-Aude Murail, Tristan gründet eine Bande. Fischer KJB, 10,99 €. Ab 6

Paulina – oder auch Maulina – Schmitt hat ein sehr großes Problem: Ihre Eltern haben sich getrennt, und sie ist mit ihrer Mutter aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Maulina hat sich geschworen, nie mehr mit ihrem Vater zu reden. Ihm allein gibt sie die Schuld, dass sie nicht mehr in ihrem Reich Mauldawien wohnen kann. Maulina will sich und ihre Mutter mit einem gut ausgedachten Plan wieder dorthin zurückbringen, damit sie alle wieder eine Familie sind.
In ihrem neuen Stadtteil lernt sie Paul kennen. Doch dann erfährt Maulina etwas ganz Schlimmes und hat Grund, noch viel mehr wütend zu sein. Was passiert ist und wie es weitergeht, verrate ich nicht. Selber lesen!
Mir hat gefallen, dass die Geschichte witzig, aufregend, aber auch ziemlich traurig ist. Es werden ernste Themen angesprochen. Ich konnte Maulina gut verstehen.
Frederike Teetz, 10 Jahre
Finn-Ole Heinrich, Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt. Hanser, 12,90 €. Ab 10

Familie Brocket sind die stinknormalste in ganz Australien. Doch dann wird Barnaby geboren, und der ist nicht normal. Wenn er keine Eisenschuhe oder einen mit Sandsäcken gefüllten Rucksack trägt, schwebt er unaufhörlich nach oben. Für die Eltern ist Barnaby eine Katastrophe. Und so lassen sie ihn einfach in den Himmel schweben. Es sind viele schlaue Sätze in dieser Geschichte. Ich finde, das Buch ist absolut lesenswert, nicht nur für uns Kinder!
Nicholas Herz-Eichenrode, 10 Jahre
John Boyne, Die unglaublichen Abenteuer des Barnaby Brocket. Fischer
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