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Der gefallene Engel

Uli Hoeneß, Manager von Bayern München, war für viele ein Vorbild. Und jetzt soll er viele Millionen Steuern hinterzogen haben? Otto, elf, findet das unglaublich.

Gleich vorneweg: Ich bin Fußball- aber kein Bayern-München-Fan. Trotzdem war Uli Hoeneß immer ein Idol und Vorbild für mich. Er hat viel Gutes für die Welt getan, und seine Geschichte ist beeindruckend. Selbst, als er völlig am Boden war, hat er nicht aufgehört zu kämpfen.

Und jetzt soll er mehrere Millionen Euro Steuern hinterzogen haben? Für mich und viele andere undenkbar. Das ist so viel wie Klauen, denn Steuern sind das Geld, das alle bezahlen, die verdienen. Davon werden Schulen, Straßen oder Bahnhöfe gebaut.

Ulrich Hoeneß wurde am 5. Januar 1952 in Ulm geboren. Sein Studium brach er ab, um wie sein ein Jahr jüngerer Bruder Dieter Profifußballer zu werden. 1970 folgte Uli Hoeneß dem Ruf des neuen Bayern-Trainers Udo Lattek, der ihn nach München holte. Hoeneß wurde Außenstürmer bei Bayern München. Er lief 100 Meter in elf Sekunden und galt eine Weile als „schnellster lebender Stürmer Europas“. 1978 spielte er längst nicht mehr so gut und wurde an Nürnberg ausgeliehen. Im Frühjahr 1979 kehrte er zu den Bayern zurück und beendete mit nur 27 Jahren seine Karriere, weil er einen Knorpelschaden im Knie hatte.

Am 1. Mai 1979 wechselte Uli Hoeneß ins Management der Bayern. Mit 27 Jahren wurde er der jüngste Manager in der Geschichte der Bundesliga. Schon in der ersten Saison gewann sein Club die Meisterschaft.

Eines seiner wichtigsten Projekte verwirklichte Hoeneß 2001, als mit dem Bau eines neuen Stadions begonnen wurde, um aus dem ungeliebten Münchner Olympiastadion ausziehen zu können. Für 365 Millionen Euro wurde im Norden Münchens gemeinsam mit dem TSV 1860 München die Allianz Arena gebaut und 2005 in Betrieb genommen. Sie zählt zu den größten und modernsten Fußballstadien der Welt.

Hoeneß gab 2013 zu, ein Schwarzgeldkonto bei einer Schweizer Bank unterhalten zu haben. Er wurde am 30. Juli 2013 wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Der Prozess soll im März 2014 beginnen. Das Schwarzgeld Konto soll zeitweise 15 bis 20 Millionen Euro beherbergt haben. Dafür hätte man einige Schulklos reparieren können!

Leonhardt Otto, elf Jahre


Das Foto zeigt Uli Hoeneß im November 2013 und ist von dpa.
Tagesspiegel Online