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Weiße Pracht

Wie muss Schnee sein, damit man damit bauen kann?

Jedes Kind weiß, wie man einen Schneemann baut: Erst eine große Kugel, dann eine kleinere und obendrauf eine als Kopf. Darin steckt eine Möhre als Nase. Toll, dass am Donnerstag nicht nur die Schuhe vom Nikolaus gefüllt waren, sondern auch vor der Tür eine Überraschung wartete: Der erste richtige Schnee! Wir wollten sofort einen Schneemann bauen. Aber irgendwie wollte der Schnee nicht pappen. Jetzt steht bei uns vor der Tür nur ein winzig kleiner Schneemann, der eher aussieht wie ein trauriger Haufen, in dem auch keine Möhre halten würde.

Was muss passieren, damit wir mit Schnee etwas bauen können – denn so ein Schneemann ist ja nur der Anfang. Es gibt Schneebaumeisterschaften, da schnitzen Künstler aus Schnee sogar mannshohe Elefanten. Bevor es schneit, bilden sich in den Wolken feine Eiskristalle. Dafür müssen dort Tröpfchen gefrieren, zum Beispiel an einem winzigen Staubkörnchen. Streckt eure Hände aus und fangt ein paar Schneeflocken. Sie sehen aus wie zarte Blüten. Wahrscheinlich sehen keine zwei Schneekristalle gleich aus – Forscher vermuten sogar, dass es keine zwei gleichen auf der Welt gibt.

Wenn es trocken und kalt ist, fällt Pulverschnee vom Himmel, die Eiskristalle verhaken sich dann nicht in einander, der Schnee liegt wie Puderzucker auf der Wiese. Zum Schneemann-Bauen eignet sich am besten feuchter Schnee, denn den kann man richtig zusammendrücken. Man nennt ihn auch Pappschnee. Der erste Schnee ist meistens einfach zu weich. Also ein bisschen Geduld haben.

Die Luft sollte feucht und kalt sein, damit der fertige Schneemann noch ein bisschen gefriert. Deshalb ist es auch gut, wenn man ihn am Schluss mit ein wenig Wasser übergießt, dann habt ihr länger was von ihm.

Grit Thönnissen
Tagesspiegel Online