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Ganz schön hart

Kinderfilme – oder Filme über Kinder?

Am vergangenen Freitag wurde die Kinderfilmreihe der Berlinale eröffnet. Sie trägt einen Namen, den man sich nicht leicht merken kann: Generation K plus. Früher hieß sie Kinderfilmfest, aber die Veranstalter sagen, das sei kein guter Name, weil dann nur Kinder in die Filme gehen. Sie wollen aber, dass sich alle für Filme über Kinder interessieren.

Nicht jeder Film, der in dieser Reihe läuft, wurde für Kinder gemacht, obwohl die fast immer die Hauptrolle spielen. In den letzten Jahren waren oft Filme dabei, von denen nicht alle fanden, dass sie geeignet für Kinder seien. Kinder litten darin zum Beispiel furchtbar unter einem Krieg oder unter ihren eigenen Eltern oder darunter, dass sie keine Eltern haben und vielleicht sogar auf der Straße leben müssen.

Es gibt Erwachsene, die finden, ihr müsst wissen, dass es manchen Menschen nicht so gut geht wie anderen. Es gibt auch bestimmt Kinder, die solche Filme verkraften können. Andere Erwachsene sind aber der Ansicht, dass ihr das alles noch früh genug erfahrt und sowieso schon viel wisst über das Elend in der Welt. In unserem Fragebogen antworten fast alle Kinder auf Fragen wie „Was möchtest du an der Welt ändern?“, dass es keine Kriege und keinen Hunger mehr geben soll.

Auf die Frage „Was macht dich glücklich?“ antworten fast alle: „meine Familie“. Wenn ihr die Filme anseht, die wir auf dieser Seite vorstellen, werdet ihr feststellen, dass in fast jedem ein Elternteil fehlt. Ganz schön hart! Aber die Filme, die wir ausgewählt haben, sind für Kinder gemacht, das heißt: Es gibt Trost. In „Kauwboy“ finden Jojo und sein Papa am Ende zusammen, in „Gute Chancen“ kommt Kieks Vater wieder zurück, in „Meeresspiegel“ fühlt Pakis sich nicht mehr allein.

Wenn ihr mit solchen Themen nichts zu tun haben, aber trotzdem einen besonderen Film sehen wollt, dann schaut euch „Gattu“ oder „Zarafa“ an – da sind Spannung, Freundschaft und Abenteuer das Wichtigste.

Susanna Nieder
Tagesspiegel Online