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Nadel und Faden

Modedesigner sein ist ganz schön schwer.

Vielleicht haben einige von euch schon einmal etwas genäht: Im Kunstunterricht, mit Freunden oder bei Oma habt ihr eine Vorlage gemalt, euch Stoff und Faden zurechtgelegt und dann Kissen, Täschchen oder anderes genäht. So ähnlich stellen sich viele den Job als Designer vor, nur dass man dabei Kleider entwirft, in der Welt herumkommt und Applaus erntet.

Und weil das ziemlich cool klingt, wollen immer mehr Designer werden. Ich selbst kenne auch einige, die schon jetzt eigene Outfits in „Topmodel-Blöcken“ entwerfen, das sind Malbücher, in denen dürren Models mit Riesenköpfen Anziehsachen aufgezeichnet werden. Das macht zwar Spaß, aber ob es einem als Designer viel bringt, weiß ich nicht.

Denn ganz so einfach ist es in Wirklichkeit leider nicht. Um Designer zu werden, gibt es keinen genau festgelegten Weg, aber einige Schulen haben sich auf Mode spezialisiert, zum Beispiel die Kunsthochschule „Esmod“ in Berlin. Dort bewerben sich pro Jahr 300 Studenten, 80 von ihnen werden angenommen, machen eine dreijährige Ausbildung, müssen pro Monat 700 € bezahlen. Silvia Kadolsky, eine der Eigentümerinnen von Esmod sagt, neben dem Abitur und mehreren Sprachen brauchen Bewerber bei ihr vor allem großes Talent, Leidenschaft und Fleiß, denn schon in der Ausbildung arbeiten die Studenten ungefähr 40 Stunden pro Woche, professionelle Designer haben später oft 50 bis 60 Wochenstunden. Einige, die mit dem „Bachelor of Arts“ abgeschlossen haben, das ist ein Studienabschluss, der überall auf der Welt gilt, arbeiten später als Stylist oder bei Modezeitschriften, Fernsehen und Theater.

Auch diejenigen, die wirklich Designer werden, bringen nicht sofort ihre eigene Kollektion auf den Markt, sondern arbeiten erst einmal für andere Firmen. Dass jemand sofort nach dem Studium durchstartet, passiert sehr selten, aber ist möglich, meint Silvia Kadolsky. „Wenn man es wirklich will, kann man es schaffen!“

Linda Bomm 14, Jahre
Tagesspiegel Online